Konrad Wipp Konrad Wipp

Fussabdruecke Konrad Wipps Werdegang Fussabdruecke

Am 15.12. 1956 wird dem Arzt Dr. med. Benno Wipp in München von seiner Gemahlin, der Kindergärtnerin Irene Wipp, geb. von Wasielewski, der jüngste von vier Söhnen geboren.
Man tauft ihn auf den Rufnamen Konrad und die Beinamen Alf, Karl und Theodor.

Konrad Wipp als Vierjähriger

Masken Schau- und Puppenspiel bilden gemeinsam. Puppensymbole

Schon vor seinem Schulstart (1963) ist Konrad Wipp von Darstellungen hoher künstlerischer wie technischer Qualität fasziniert. Dabei beeindrucken ihn die Theater-Bühnen mit all ihren schillernden Zauberwelten, Farben, Düften und Möglichkeiten am meisten. Doch auch Radio und Schallplatte, im weiteren Verlauf der Jahre Kino, Tonband und Fernsehen, können, ebenso wie ein spannendes Buch, tagelang fesseln und nachahmungsselige Phantasien zum Glühen bringen.
Erste Kontakte mit der Theaterwelt bietet das Puppentheater. Konrad Wipp genießt sie intensiv bei Besuchen der Nachmittagsvorstellungen im „Münchner Marionettentheater“, im Münchener „Theater der Jugend“ und im heimischen Spiel von und mit Geschwistern und Freunden.
Aus Besuchen aller größeren Münchener Theaterhäuser, Instrumentaluntericht, aber auch aus den ersten Spiel- und Singversuchen in sogenannten „sozialen Weihnachtsspielen“, welche Schule und kirchliche Gemeinde in der Adventszeit zur Beschenkung bedürftiger Familien ihres Stadtviertels einstudieren, sowie aus der freudigen Mitwirkung in Singstunde, später Schulchor und Auswahlchor, erwachsen nach und nach gezieltere eigene Aktivitäten.
Schließlich halten mit dem Fernseher die erste Garde deutscher Volksschauspieler einerseits und die „Augsburger Puppenkiste“, der österreichische „Kasperl und Pezi“, der „Hohnsteiner Kasper“ (dieser sogar zusätzlich über eine Schallplatte!) und ähnliche, für Kinder gedachte Puppenspiel-Sendungen andererseits im heimischen Wohnzimmer längst ersehnten Einzug.
Es ist damals noch vergleichsweise schwierig, an Bild- und Tonträger oder Foto- und Textveröffentlichungen zu diesen Vorbildern heranzukommen. Außerdem haben sie wenig aktivierenden „Spielwert“, verglichen mit der über die Feste hin zusammengewünschten Stoff-Handpuppen-Bühne oder dem alten Papiertheater eines Schulkameraden. Die Schaffensfreude für eigene, gezielte Puppentheaterspiele und Schauspielsketche entzündet sich aber gerade an diesen Umständen schließlich (1971) nachhaltig. Gespielt wird als Mensch oder mit Puppen in kirchengemeindlichen Zusammenhängen.
Als (1973) eine Mitwirkung im (freien) Ensemble des Münchner Marionettentheaters möglich wird, bedeutet dies für Konrad Wipp zunächst die Lähmung seiner Eigenitiativen im Puppenspiel. Doch bald schon regt sich altersentsprechend eine Oppositionshaltung gegen alles vermeintlich Überholte, Starre, Ausgrenzende dieses alteingesessenen Betriebes: Die kritische Sicht „der Dinge“ orientiert sich an neuen Maßstäben, wie etwa Schauspiel-, Oper- und Operettenaufführungen, dem Salzburger Marionettentheater, Ballettaufzeichnungen des Fernsehens, oder Gastspielen von Prager Bühnen. Die Fernsehzeitschrift wird daraufhin noch gezielter nach Sendungen durchkämmt, die Figurentheater in seinen zwischenzeitlich vielfältig gewordenen Ausformungen zu bieten haben.

Konrad Wipp und Puppe Nase an Nase

Schauspiel (k)ein Konkurrent des Puppenspiels?

Die eigenen Wünsche bezüglich der Ausdrucksmittel beginnen zwischen persönlicher Darstellung und Puppenspiel zu irrlichtern.
Die Qual der Entscheidung zwischen Auswahlchor, Theatergruppe und Puppentheater, wie sie von Konrad Wipps Eltern im Blick auf die schulischen Belange der höheren Gymnasialstufen öfter eingefordert werden muß, tritt darum immer wieder ein. Rein terminliche Konkurrenz zwischen „persönlichem Auftritt“ und „Puppenspiel“ bleibt dabei aber letztlich die einzige unüberwindliche Schranke:
Die jeweiligen Leiter sind hervorragend: Man fühlt sich gerade von diszipliniertester Arbeit mit ihnen beglückt, angeregt und bereichert. Die Eltern halten sich offen für ein freudiges Miterleben, ohne ehrgeizige Perspektiven zu setzen. Die Faszination gemeinschaftlich bewältigter Schwierigkeiten beim Umsetzungsvorgang, im Marionettentheater wie in der Schulbühne, bei (durchaus öffentlichen) Darbietungsmöglichkeiten, „überpolstert“ gelegentliche „pädagogische Ausrutscher“.
Bestätigt durch die weltweite Aufbruchstimmung zu auslotenden Mischformen des Figurentheaters mit Schauspiel-, Musik- und Tanztheater, festigt sich bei Konrad Wipp das Bewußtsein, daß beide Ausdrucksmittel, Schauspiel wie Figurenspiel, gleichwertige Gültigkeit besitzen. Allenfalls zeitigen sie Unterschiede im Rollenangebot. Richtig klaffende „Gräben“ werden erst in Status und Akzeptanz beim Vergleich der möglichen und wirklichen Publikumskreise sichtbar.
Eine geregelte (akademische) Ausbildung für Puppenspieler gibt es zu diesem Zeitpunkt erst in wenigen Staaten „hinter dem Eisernen Vorhang“. Sie ist überdies mit vielen Anforderungen verbunden, die Konrad Wipp nicht erfüllen könnte. Kurzzeitig scheint darum bei ihm die persönliche Darstellung in Musik, Sprache und Schauspiel die Oberhand zu gewinnen.
Schul- und Lehrzeit enden für Konrad Wipp 1981 mit dem Bestehen des IHK-Briefes für Groß- und Außenhandelskaufleute.
Konrad Wipps Schulbank-Müdigkeit, aber auch die Klärung seines Interessenhorizonts sind dahin gediehen, daß eine Fortführung staatlich-schulischer Bildung, sei es auch speziell für Schauspiel- oder Musiktheater, ihn nicht mehr recht zu locken vermag. Auch sein Privatunterricht endet damit zunächst.

Im Puppentheater hat sich die Tür zu beruflicher Theatertätigkeit geöffnet:
Die Leitung des Münchner Marionettentheaters engagiert nämlich in der Folge (März 1981) ihren langjährigen freien Mitarbeiter Konrad Wipp als einen der wenigen Festangestellten ihres Ensembles bis auf Widerruf. Daraus werden letztendlich fünf Jahre.
Dennoch unterbleiben schauspielerische Aktivitäten in dieser Zeit nicht: Sie werden, sofern nicht ohnehin in der Puppenbühne erforderlich, auf meist auch musikalisch (mit-)gestaltete Lesungen und Dabietungen in der eher spärlichen Freizeit ausgeweitet.
Die so anfallenden (organisatorischen) Erfordernisse, aber noch mehr das Gefühl, aus einem magischen Elfenbeinturm frei kommen zu müssen, lassen es für Konrad Wipp immer lohnenswerter erscheinen, sich längst entbehrte theoretische Kenntnisse und den Kontakt zu neuen Gleichgesinnten endlich gezielt zu beschaffen.

Fachbuecher Regal

Theaterwissenschaft kommt dazu.


Nach dem Ende des Festanstellungsverhältnisses im Münchner Marionettentheater im März 1986 betritt Konrad Wipp dieses Neuland, um so seine theoretischen Kenntnisse zum Theater, insbesondere zum Puppentheater und zu dessen Geschichte und Diskussionsfeldern, konzentriert zu vertiefen und zu strukturieren.

Mit frisch erworbenem „Taxi-Schein“ nimmt er dazu im Herbst 1986 sein – dennoch überwiegend elterlich finanziertes – Studium der Theaterwissenschaft an der Münchener Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) auf.
Der Prüfungsordnung entsprechend beendet Konrad Wipp den Studiengang (mit den Nebenfächern Bayerische Literaturgeschichte und Ethnologie) fristgerecht nach 12 Semestern (1992) mit dem Erwerb, des Magister Artium (M. A.). Die dabei erworbene Gesamtnote ließe eine Promotion zum Dr. phil. zu.
Konrad Wipps Ausgangsbasis ist damit auch bei Freiberuflichkeit weitgefächert und tragfähig untermauert, offen für unterschiedlichste darstellerische Tätigkeiten und die diesen theoretisch zuarbeitenden Bereiche: Seither
nutzt Konrad Wipp sozusagen mit Hand und Verstand die Gelegenheiten, auch in Vertrautheit mit den Anforderungen audio-visueller Medien, Auftraggeber je nach Bedarf mit Schauspiel, Puppenspiel, Dramaturgie, Regie, Gesang und Sprache zufrieden zu stellen.

Digitales Aufzeichnungsoszillogramm

Die Stimme trägt.

Bereits seit seinem Abitur (1978) arbeitet Konrad Wipp als Amateur-Sprecher für volksmusikalische Veranstaltungen, private Feste, befreundete Lehrer und Liebhaberbühnen. Vereinzelt trägt er auch studiumsbegleitend vor. Aber intensiv und bezahlt, also professionell, für die Tonkulisse verschiedener Berufs-Puppentheater, beginnen seine Aktivitäten als Sprecher im Jahr 1993. Außerdem beginnt er zu dieser Zeit auch im privatrechtlichen Rundfunk (Landshuter Lokal-Radio Trausnitz), als „Stimme“ für diverse Werbe-Spots. Darüber gelingt es, die Kontakt-Brücke zu mehreren Tonstudios im Münchener Raum zu schlagen, die ebenfalls kommerzielle Spots herstellen.
Schließlich ergeben sich mit der Rollengestaltung von Schultz für RTL 2 und über die damit verbundenen Notwendigkeiten und Kontakte zwanglos auch Nachsynchronisationen und Voice-over-Aufträge.
Neben seinem freiberuflichen Broterwerb als Sprecher, Schauspieler und Puppenspieler her, erfüllt Konrad Wipp die formalen Voraussetzungen zur Promotion 1996 zwar, das Thema der Wahl fordert jedoch viel zu umfängliche und intensive Vorarbeiten, ehe es auch nur einigermaßen seriös bearbeitet werden könnte. Mit diesem Erkenntnisgewinn beschließt Konrad Wipp Ende 2001, die ursprünglich als Promotion geplante Arbeit nur noch nach Maßgabe persönlicher Prioritäten und Freiräume, ohne sonstige Rahmenzwänge weiter zu führen.
Das Oratorium "Luther" von Andreas Hantke gelangt unter Konrad Wipps Mitwirkung im Part des Sprechers 1999 zur Uraufführung und wird digital aufgezeichnet.
In den Jahren 2000 und 2001 werden unterdessen für Universal-Music (Deutsche Grammophon junior) Hörspiele unter Konrad Wipps Mitwirkung auf CD eingesprochen. Aufträge von CD-ROM-Produzenten folgen.
Im Jahr darauf wird an der Münchener Theater-Akademie „August Everding“ ein letzten Endes finanziell tauber Versuch unternommen, eine dritte deutsche, akademische Ausbildungsstelle für Puppenspieler in der Praxis zu verankern. Dazu wird Konrad Wipp als optierter Dozent für Puppentheatergeschichte gebeten, sich auch bei der Gestaltung des Curriculums einzubringen. Das erste Unterrichtssemester gibt Konrad Wipp, allen Widrigkeiten zum Trotz. Dann verfolgt er die auf diesen Seiten unter Theaterwissenschaft dargelegte andere Variante des „wissenschaftlichen Anbieters“.
2007 läßt sich schließlich auch außerhalb des lang mit Schauspiel und Puppenspiel „belieferten“ Kinderkanals eine altverdiente Redaktion des Bayerischen Fernsehens erstmals für die sprecherischen Qualitäten von Konrad Wipp interessieren.
Ende 2008 verfaßt Konrad Wipp ein szenisches Konzept für ein Barockkonzert und spielt darin auch den Conferencier.
2009 erneuert Orff in Andechs e.V. das Festspiel-Engagement von 2007 für Konrad Wipps auch auf DVD erhältliche schauspielerische Mitwirkung in C.Orffs „Bernauerin“, und Lesungen finden neben Puppentheateraufführungen statt.
2010 erarbeitet Konrad Wipp - mit einem kleinen Musikfestival in Arosa (Schweiz) als Koproduzent - ein Puppentheaterkonzept für Saint-Saëns „Karneval der Tiere“


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